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Mobutu Sese Seko
Kuku Ngbendu wa Zabanga (* 14.
Oktober 1930
in Lisala;
† 7.
September 1997
in Rabat)
war von 1965
bis 1997 Präsident Zaires.
Seine Markenzeichen
waren ein Leopardenfellkäppi und seine Verschwendungssucht. Zaire ist
nach seinem Tode wieder in Demokratische Republik Kongo umbenannt
worden.
Mobutu wurde als Joseph-Desiré
Mobutu in Lisala
im damaligen Belgisch-Kongo
geboren. Mit 19 trat er der Force Publique, der
Belgisch-Kongolesischen Armee, bei. Während seiner Dienstzeit
erreicht er den Rang eines Sergeant Major, was etwa dem deutschen
Hauptfeldwebel entspricht.
Nachdem er die Armee 1956
verlassen hatte, arbeitete er zunächst als Journalist und
Zeitungsredakteur. 1958
schloss er sich der nationalistischen Partei Mouvement
National Congolais an. Nachdem der Kongo am 30.
Juni 1960
die Unabhängigkeit erhalten hatte, wurde er in der ersten Regierung
zum Staatssekretär beim Premierminister, kurz danach als Oberst und
Stabschef der kongolesischen Armee berufen. Die neue Regierung war ein
Zweckbündnis u. a. zwischen dem Premierminister Patrice
Lumumba und dem Präsidenten Joseph
Kasavubu, die gegeneinander um die alleinige Macht rangen. Am 14.
September 1960
wurde Lumumba in einem Staatsstreich gestürzt. An diesem Unterfangen
war Oberst Mobutu in exponierter Position tätig und wurde dafür auch
von Kasavubu reichlich gefördert.
Nach weiteren
internen Machtkämpfen der Regierung zwischen Kasuvubu und seinem
neuen Premier Moise
Tschombé, in denen abermals Kasuvubu als Sieger hervorging,
beschloss Mobutu, mittlerweile General-Lieutnant, nun selber die Macht
zu übernehmen und führte am 24.
November 1965
einen erfolgreichen Staatsstreich gegen Kasuvubu durch. Danach
ernannte er sich für die nächsten fünf Jahre zum Präsidenten.
Nicht willens, die Fehler seiner Vorgänger zu wiederholen,
konzentrierte Mobutu die Macht in seinen Händen. Dadurch war es ihm
auch möglich, 1967
einen gegen ihn gerichteten Staatsstreich niederzuschlagen. 1970
ließ er sich erneut zum Präsidenten "wählen".
Im Oktober 1970
ließ er das Land in Republik von Zaire umbenennen, da er den
alten Namen als von den Belgiern oktroyiert ansah. 1972
nannte er sich dann auch selber in Mobutu Sese Seko Nkuku wa za
Banga um. Die grobe Übersetzung für den Namen lautet ungefähr
„der allmächtige Krieger, der, aufgrund seiner Ausdauer und
seines Siegeswillens, flammenden Schrittes von Sieg zu Sieg schreitet“.
Mobutus
Wirtschaftspolitik war zu Beginn auch vom Gedanken der neuen
afrikanischen Selbstbestimmung geleitet. Er nationalisierte ausländische
Firmen und zwang europäische Investoren, das Land zu verlassen. Ähnlich
wie es in Simbabwe
derzeit zu beobachten ist, hatte dies allerding einen starken
wirtschaftlichen Niedergang zur Folge. Dieser war so stark, dass er 1977
ausländische Firmen bat, wieder in sein Land zu investieren. Dies
hatte jedoch eventuell auch damit zu tun, dass er zum selben Zeitpunkt
auch die Hilfe Belgiens
benötigte, um einen Katanga-Aufstand
niederzuwerfen, der, aus Angola
kommend, seine Herrschaft gefährdete.
1977 wurde er
ebenfalls erneut „wiedergewählt“. Mobutus Ehrgeiz lag
weniger daran, den Wohlstand der Einwohner zu erhöhen, sondern
vielmehr seinen eigenen. Die aus dem Ressourcenabbau stammenden
Devisengewinne ließ er auf Privatkonten deponieren. 1984
wurde sein persönliches Vermögen auf vier Milliarden US-Dollar geschätzt.
Diese Summe entsprach etwa den damaligen Auslandsschulden Zaires.
Mobutus Regierung war, ähnlich wie das Marcos-Regime
auf den Philippinen,
eine typische Kleptokratie.
Die ausländischen Mächte schauten dem Treiben meist tatenlos zu,
weil Mobutu ein guter Verbündeter gegen die UdSSR
war.
Mobutu Sese
Seko auf einer alten zairischen Banknote.
Aufgrund von inneren
Unruhen und andauernden wirtschaftlichen Problemen ließ Mobutu im Mai
1990
erstmals Oppositionsparteien zu. Er versprach demokratische Wahlen und
setzte eine Übergangsregierung ein, allerdings richtete er es so ein,
dass er auch in Zukunft die wichtigsten Machtfäden in der Hand hatte.
Nach weiteren Unruhen und Revolten unbezahlter Soldaten fasste Mobutu
alle Oppositionsparteien in einem Zweckbündnis zusammen, behielt aber
weiterhin die Kontrolle über die relevanten Sicherheitsorgane. Nach
dem entstehen einer Gegenregierung unter Laurent
Monsengwo und Etienne
Tshisekedi verschlechterten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse
noch weiter, so dass beide Regierungen im Hohen Rat der Republik (Übergangsparlament)
zusammengefasst worden sind. Mobutu berief Kengo
Wa Dondo, der für Sparpolitik und Marktreformen stand, an dessen
Spitze.
Indes verschlechterte
sich Mobutus Gesundheitszustand immer weiter und während eines seiner
Krankenhausaufenthalte in der Schweiz eroberten Tutsis
einen Großteil des Ostzaire. Die Tutsis waren schon lange Mobutu
feindlich gesinnt, da dieser eher auf Seiten der Hutu
stand, die für den Volkermörd an den Tutsi in Ruanda
verantwortlich waren. Als Mobutus Regierung ein Gesetz erließ, das
alle Tutsis unter Androhung der Todesstrafe auswies, gingen sie in
offene Rebellion über. Sie starteten eine Offensive westwärts, wobei
sie sich mit anderen Oppositionsgruppen verbündeten. Nach
gescheiterten Friedensgesprächen im Mai 1997
eroberten die Aufständischen Kinshasa.
Neuer Präsident wurde Laurent-Desire
Kabila.
Mobutu ging nach Marokko
ins Exil, wo er im September dem Prostatakrebs
erlag, an dem er schon seit 1963
gelitten hatte
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