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الطاغية.
 

 

MAO ZEDONG


By Wikipedia

Maos Kampagnen

„Hundert-Blumen-Bewegung“ (1956 - 1957)

Im Mai 1956 initiierte Mao die Hundert-Blumen-Bewegung. Er ließ die Zensur für die Intellektuellen lockern, um neue Anregungen zu erhalten, wobei er meinte, er habe nur ca. 3 % der Intellektuellen gegen sich. Aus Angst vor dem Regime setzte die Kritik der Intellektuellen aber erst ein Jahr später im Mai 1957 im Zuge einer weiteren Kampagne ein. Da auch Maos Politik heftig kritisiert wurde, ließ Mao durch Deng Xiaoping die Hundert-Blumen-Bewegung stoppen, diffamierte die Intellektuellen in einem neuen Klassenkampf „Kampagne gegen Rechts“ und ließ 300'000 Intellektuelle inhaftieren. Insgesamt wurden 400'000 bis 700'000 ihm als „Volksfeinde“ erscheinende qualifizierte Angestellte entlassen und durch neue kommunistische Kader aus den Bauernschichten ersetzt. Damit stand China unter bäuerlicher, unqualifizierter Führung, die ihrerseits - nach der jahrtausendelangen Unterdrückung - eine Rache gegen die Intellektuellen hegte und sich von wissenschaftlicher Seite nichts mehr sagen ließ.

Der „Große Sprung nach vorn“ (1958 - 1961)

1958 lancierte Mao (im Rahmen des zweiten 5-Jahresplanes) eine Kampagne mit dem Ziel, den Aufbau der bis dahin fast vollständig fehlenden Leichtindustrie zu forcieren und die Produktivität der Landwirtschaft massiv zu steigern. Mit dieser schlecht geplanten und auf der rücksichtslosen Ausbeutung der Leistungskraft der Bevölkerung basierenden Kampagne wollte Mao die wirtschaftlichen Voraussetzungen schaffen, um sich vom Einfluss der Sowjetunion unter dem ideologisch kompromissbereiten Chruschtschow lösen zu können sowie um die militärische Aufrüstung voranzutreiben und die weltweite Verbreitung des Mao Kommunismus zu finanzieren. Das Programm lief unter dem Schlagwort Der große Sprung nach vorn. Der damals einzige nennenswerte Wirtschaftsfaktor des Landes, die Landwirtschaft, wurde mit brutalsten Methoden zu Höchstleistungen gezwungen. Die Ernte wurde der Bauernschaft jedoch über Jahre hinweg praktisch vollständig abgenommen, um sie gegen Devisen ins Ausland, vor allem nach Russland, zu verkaufen. Die Bauernschaft im ganzen Lande wurde dabei derart ausgepresst und ausgehungert, dass bis zu 40 Millionen Menschen (andere Quellen gehen von bis zu 75 Millionen aus) an den Folgen dieser Kampagne starben. Mit den Erlösen wurden die Aufrüstung des Landes, insbesondere der Bau der Atombombe forciert, aber auch Länder in der ganzen Welt, wie Albanien, Mozambique, Indonesien, usw., finanziell unterstützt. Um die angebliche Leistungskraft Chinas und des Mao Kommunismus zu demonstrieren, ging das sogar soweit, dass selbst weniger Not leidende Länder als China finanziell unterstützt wurden. Das Resultat des ideologischen Ehrgeizes war die größte Menschenvernichtung der Weltgeschichte mit Massenhungertod, Massenmord, staatlichem Terror und Elend. Um die katastrophalen Folgen des Großen Sprungs nach vorn zu vertuschen, wurde damals das nationale statistische Amt abgeschafft und durch ein Amt für gute Nachrichten ersetzt. Bis 1981 wurde dieser Krieg gegen die eigene Bevölkerung nie thematisiert.

Wegen der wachsenden Opposition höchster Parteikader gegen das halsbrecherische Programm des Großen Sprungs nach vorn verlor Mao 1958 gegenüber besonneren Parteiexponenten wie Deng Xiaoping vorübergehend an Macht. Im gleichen Jahr trat er von seinem Amt als Staatspräsident zurück, behielt jedoch im Hintergrund weiterhin die Zügel in der Hand. Deng Xiaoping, Liu Shaoqi und Chen Yun u.a. gewannen vorübergehend an Einfluss. Bereits an der Konferenz von Lushan am 1. Juli 1959 initierte Mao jedoch eine Kampagne gegen die sogenannten „Rechtsabweichler“, womit es ihm gelang alle Politiker, die seinem Programm mit zweifelhafter Einstellung gegenüberstanden, einzuschüchtern. Auf Geheiß Maos wurde der „große Sprung nach vorne“ bis 1961 weitergeführt. Da die katastrophalen Folgen der Kampagne gegenüber der Bevölkerung verschwiegen werden mussten, blieb der Nimbus Maos intakt und nach der Zündung der ersten chinesischen Atombombe im Jahre 1964 sowie nach der Veröffentlichung des „Kleinen Roten Buches“ mit den angeblichen „Zitaten des großen Vorsitzenden Mao“ im selben Jahr wuchs sein Einfluss und seine Stellung als Alleinherrscher wurde mit Hilfe der fanatisierten Massen unanfechtbar. Die Atombombe erwirkte für Peking-China die schrittweise internationale diplomatische Anerkennung und ließ die Ein-China-Politik zur Isolierung Taiwans zu. Die Plakatkünstler zeigten den Kopf Maos weiterhin in einer roten, strahlenden Sonne, und bei Massendemonstrationen trugen die Massen fortan das „Kleine Rote Buch“ zur Schau...

Die Kulturrevolution (1966 - 1976)

1966 konnte Mao so die große proletarische Kulturrevolution starten. Vordergründig sollten mit ihr die reaktionären Tendenzen, die sich gemäß Mao, insbesondere unter den Parteikadern und der Intelligenz breit gemacht hatten, und den Erfolg der kommunistischen Bewegung zu vereiteln drohten, niedergeschlagen werden. Effektiv lieferte das brutale Vorgehen gegen die angeblichen Rechtsabweichler Mao jedoch den Vorwand um seine innerparteilichen Konkurrenten auszuschalten. Die von Mao gegen die Rechtsabweichler aufgehetzten Jugendlichen, die so genannten Roten Garden, waren zu Beginn der Kulturrevolution vor allem die Kinder von Parteikadern und der Intelligenz (Hochschuldozenten, Lehrern, Höheren Beamten, Akademikern), die ihre Eltern und Lehrer überwachen und denunzieren mussten. Das Vorgehen gegen die angeblichen Rechtsabweichler war äußerst brutal. Zahllose bisherige Stützen des Staates wurden von fanatisierten Massen ermordet oder schwer verletzt und demütigenden Behandlungen ausgesetzt. Während der rund zehn Jahre dauernden bürgerkriegsähnlichen Kulturrevolution starben Hunderttausende von Menschen, darunter auch alte Weggefährten Maos, die von ihm als Konkurrenten empfunden wurden. Zu den Opfern gehörte auch Deng Xiaoping, welcher jedoch überlebte und nach dem Tode Maos dessen Nachfolger als Parteivorsitzender wurde. Andere Konkurrenten, wie der designierte Mao-Nachfolger Lin Biao kamen aus ungeklärten Gründen ums Leben.

Die Kulturrevolution führte auch zur organisierten Zerstörung von Kulturgütern. So wurden Tausende von Tempeln niedergemacht, Bibliotheken verwüstet und Bücher öffentlich verbrannt. Bis auf zehn, von Frau Mao persönlich ausgelesenen Opern, wurde die Aufführung von Opern im ganzen Land verboten. Die Bevölkerung musste ihre privaten Kunstgegenstände wie Bilder, Schmuck, Bücher usw. den Garden abliefern.

Maos Außenpolitik

Außenpolitisch war die Aufnahme Volkschinas in die UNO 1971 Maos größter Erfolg. Taiwan wurde gleichzeitig aus der UNO ausgeschlossen. Mit dem Besuch von US-Präsident Nixon 1972 trat auch der langjährige Maogefährte Zhou Enlai (Chou En-Lai) ins Rampenlicht. Der „Bambusvorhang“ fiel damit immer mehr, während Mao 1972 einen ersten Schlaganfall erlitt und Deng Xiaoping wieder aus der Verbannung geholt wurde. Als Deng eine Amnestie durchführte, wurde er aber von der „Viererbande“ gleich ideologisch angegriffen und wieder als „Kapitalistenfreund“ verbannt. Und als Deng Xiaoping nach Zhou Enlais Tod Anfang 1976 die Gedenkdemonstrationen am Tiananmen-Platz organisierte, wurde auch mit Kritik an der „Viererbande“ nicht gespart, sodass Deng Xiaoping wiederum von der „Viererbande“ in die Verbannung geschickt wurde. Mao, der über jede Leiche ging, ließ dies alles zu, bis er schließlich am 9.September 1976 selbst verstarb und die bis dahin in Zensur gehaltenen Massen an seiner Leiche Schlange standen. Gleichzeitig hatte das Universitätssystem unsägliche Probleme wegen Lehrermangel, und das Land kam ökonomisch kaum vom Fleck.

Mao-Kult ohne Mao - zögernde Aufarbeitung der Vergangenheit

Mao wurde für seine Verbrechen und seine politischen Fehler weder zu seinen Lebenszeiten noch posthum je verurteilt. Die Mao-Denkmäler stehen nach wie vor alle aufrecht. Die Armut in China blieb ihrerseits riesengroß, und die Masse der Bauern war 1976 erst zu ca. 50-60 % alphabetisiert (Schätzung der Weltbank für 1978: 60 %). Nach Maos Tod wurde eine neue Verfassung eingeführt und die „Viererbande“ sofort verhaftet. Die Mao-Witwe Jiang Qing wurde in einem Prozess 1981 zum Tod auf Bewährung verurteilt. Das Urteil wurde zwei Jahre später in lebenslänglich umgewandelt. 1991 wurde sie aus gesundheitlichen Gründen entlassen, doch zehn Tage später beging sie Suizid.

Nach der endgültigen Rehabilitierung von Deng Xiaoping 1977 und nach der diplomatischen Anerkennung durch die USA am 1. Januar 1979 öffnete China die Grenzen und rehabilitierte die überlebenden Mao-Opfer. Der Inhalt der Mao-Bibel (das „Kleine Rote Buch“) wird 1980 als Weisheit der gesamten Mao-Führung definiert.

1981 gesteht die KPCh schließlich erstmals offiziell die Misserfolge ihrer Revolutionen ein, schützt Mao aber weiterhin: Die „Kulturrevolution“ sei ein „grober Fehler“ gewesen. Maos Wirken sei in der Endabrechnung aber zu „70 Prozent positiv“ zu bewerten, denn die Leistungen würden die Irrtümer mehr als ausgleichen. Schätzungen kritischer Historiker sehen dies z. T. grundlegend anders.

Die Historiker diskutieren seither, ob ein China ohne Mao eine schnellere und menschlichere ökonomische Entwicklung genommen hätte. Mao wird im Wirtschaftsaufschwung seit den 1980er Jahren weiterhin kultisch als Maskottchen oder als Anhänger etc. verehrt (wie Stalin in Russland seit der Perestroika). Der letzte Schritt zu Demokratie und zu Menschenrechten ohne Mao-Ideal scheint China nur schwer vorstellbar und ist bisher nicht verwirklicht. Die „Kulturrevolution“ ist bis heute kaum aufgearbeitet.

Bedeutung Maos

1972: Mao Zedong trifft sich in Peking mit Richard M. Nixon

 

1972: Mao Zedong trifft sich in Peking mit Richard M. Nixon

Sein Ausspruch bei der Proklamation der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949: „China ist wieder auferstanden“, gibt vielleicht am ehesten Maos geschichtliche Bedeutung wieder. Ihm und seinen Kampfgefährten ist es mitzuverdanken, dass die Chinesen nach einem Jahrhundert ausländischer Besetzung ihre nationale Unabhängigkeit wieder erlangten. Außenpolitisch band Mao China zunächst eng an die Sowjetunion („nach einer Seite lehnen“, „yibian dao“) an. Seine Zweifel an der Tauglichkeit des sowjetischen Modells zur Entwicklung und weltweiten Verbreitung des Kommunismus (mit Mao als Weltbeherrscher) ließen ihn aber nach dem Tode Stalins den allmählichen Bruch mit der UdSSR vorantreiben. Innenpolitisch ist die Mao-Zeit geprägt von einer Reihe von Kampagnen, die nicht erst mit der Hundert-Blumen-Bewegung 1956/57 (siehe oben) begannen. Sinn und Zweck der permanenten Kampagnen war vordergründig der, dass die sich immer wieder bildenden bürgerlichen Strukturen durch eine permanente Revolution zerschlagen werden sollten. Diese Säuberungen dienten allerdings mindestens ebenso sehr dem autoritären Machtanspruch von Mao selbst, den er rücksichtslos gegen alle tatsächlichen und vermeintlichen Feinde verteidigte. Die autoritäre Philosophie des Maoismus diente hierbei als Rechtfertigung seiner uneingeschränkten Herrschaft.

Der Maoismus als Politische Bewegung war nicht nur in China prägend, sondern beeinflusste auch die europäische Studentenbewegung, die Naxaliten in Indien, die Guerilla Bewegung Leuchtender Pfad in Peru, die Kommunistische Partei der Philippinen und zahlreiche andere Parteien, Gruppen und Splittergruppen.

 

 



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