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MAO ZEDONG


Mao

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By Wikipedia

Máo Zédōng (Mao Tse-tung anhören ? / Lizenz, * 26. Dezember 1893 in Shaoshan9. September 1976 in Peking) war Mitbegründer der Volksrepublik China. Nach ihrer Ausrufung als unabhängiger und kommunistischer Staat am 1. Oktober 1949 durch Mao, bestimmte er, in seiner Funktion als Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas, während fast 30 Jahren diktatorisch die Geschichte des Landes. Von 1954 bis 1958 war er zugleich auch Staatspräsident. Bereits 1935 war er de facto Vorsitzender der Partei geworden. 1943 wurde er offiziell in dieser Funktion bestätigt. Während seiner Herrschaft starben über 70 Millionen Menschen an den Folgen seiner ausbeuterischen Wirtschaftspolitik und durch staatliche Verfolgung während der Kulturrevolution.

Die historische Beurteilung Maos außerhalb der Volksrepublik ist zunehmend davon geprägt, die Mythen um den Großen Vorsitzenden abzubauen. Neben den politischen Leistungen (die allerdings in die Anfangszeit der kommunistischen Machtübernahme fielen) wie der Etablierung Chinas als von Kolonialmächten unabhängigen Staat und der Stabilisierung des Landes nach 30 Jahren kriegerischer Auseinandersetzungen, werden die Schattenseiten seiner Diktatur deutlich. Die VR China war während der gesamten rund dreißigjährigen Herrschaft Maos ein wirtschaftlich darniederliegendes, von politischen Verfolgungen gebeuteltes und, bis 1972, außenpolitisch weitgehend isoliertes Land.

In China wurde Maos Wirken nach seinem Tod von seinen Nachfolgern offiziell nach der sogenannten Deng-Formel beurteilt, d.h. 70% seines Handelns sei für China gut und 30% nachteilig gewesen. Insbesondere für die chinesische Jugend ist Mao, als Folge der fortbestehenden Alleinherrschaft der kommunistischen Partei, welche jede wissenschaftliche Aufarbeitung der Maodiktatur und ihrer Folgen für die Bevölkerung verbietet, noch heute häufig eine Mischung zwischen patriotischem Heiligen und Großvaterfigur.

Bei den Jugendlichen im Westen genoss Mao während der antiautoritären Bewegung Ende der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts teilweise Kultstatus. Sein radikales Vorgehen gegen die Bürgerlichen während der Kulturrevolution wurde von der 68er Jugend meist unkritisch als Modell für die Bekämpfung bourgoiser Strukturen im Westen gesehen.

Jugend

als junger Mann

 

als junger Mann

Mao Zedong wurde am 26. Dezember 1893 als ältester Sohn einer Bauernfamilie im zentralchinesischen Shaoshan, Provinz Hunan geboren. Seine Vorfahren lebten seit 500 Jahren in dieser Gegend. Politisch war die Zeit durch den Verfall der Mandschu-Dynastie geprägt. Doch wegen der Abgeschiedenheit des Dorfes, zu welchem weder Straßen noch schiffbare Flüsse führten, erfuhr die Bevölkerung erst zwei Jahre nach dem Tod des vorletzten Kaisers im Jahr 1908 von dessen Ableben. Aufgrund des bescheidenen Wohlstandes seiner Familie konnte Mao zunächst im Hause eines Privatlehrers eine einfache Schulausbildung genießen, die vor allem noch durch das Auswendiglernen konfuzianischer Klassiker, die das Begriffsvermögen des Kindes überstiegen, bestand. Das Lesen wurde für Mao zur Leidenschaft, die er Zeit seines Lebens beibehielt. Mit seinen Lehrern geriet Mao häufig aneinander. Er flog von mindestens drei Schulen, weil er eigensinnig und ungehorsam war. 1911, am Vorabend der Republikanischen Revolution, trat er auf eigenen Wunsch in die Mittelschule in der Bezirkshauptstadt Changsha ein. Zu dieser Zeit begann sein politisches Interesse zu erwachen. Er informierte sich mit Hilfe von Zeitungen über die aktuellen Debatten und holte innerhalb kürzester Zeit nach, was er bisher versäumt hatte. Er schrieb seinen ersten, eher wirren, politischen Aufsatz, in dem er republikanische Positionen vertrat. Zusammen mit einem Kollegen lauerte er anderen Schülern auf und schnitt diesen gewaltsam die in der verhassten Mandschu-Dynastie gebräuchlichen Zöpfe ab.

Während der Chinesischen Revolution von 1911 wurde er Mitglied der anti-kaiserlichen Armee von Hunan, kehrte danach aber wieder in die Schule zurück.

1918 folgte er seinem Lehrer Yang Changji nach Beijing. Durch Vermittlung dieses Lehrers fand er eine Anstellung als Hilfsbibliothekar an der Peking-Universität, und bekam unter anderem Kontakt zu Li Dazhao, einem der wichtigsten frühen chinesischen Marxisten und Mitbegründer der Kommunistischen Partei Chinas. Er erlebte die Vierte-Mai-Bewegung mit. Außerdem lernte er in Beijing seine spätere zweite Ehefrau Yang Kaihui, die Tochter seines Lehrers, kennen. Liebesheiraten waren damals noch alles andere als der Normalfall, dementsprechend wurde die Verbindung von den jungen Intellektuellen in Changsha als Zeichen gesellschaftlichen Fortschritts gefeiert.

Anders als viele andere spätere Führungskräfte des chinesischen Kommunismus verbrachte Mao die frühen 1920er Jahre nicht im Ausland, sondern mit ausgedehnten Reisen durch Hunan und andere chinesische Provinzen.

Entgegen der offiziellen chinesischen Darstellung war Mao keiner der Teilnehmer bei der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) 1920 in Shanghai, sondern lebte zu dieser Zeit bereits wieder in Changsha. Die Gründung wurde angeregt durch die von Lenin eingeberufene Dritte Kommunistische Internationale. Später wurde dieses Treffen als die „Neue Internationale“, kurz: Komintern, bezeichnet. Erst 1921 nahm Mao an dem durch die 2. Komintern organisierten Ersten Kongress der kommunistischen Partei Chinas als einer der 13 chinesischen Delegierten teil. 1923 wurde er auf dem zweiten Parteikongress ins Zentralkomitee gewählt. Während der Ersten Einheitsfront zwischen der KPCh und der Guomindang (GMD) war er Direktor eines GMD-Instituts zur revolutionären Erziehung der Bauern in Guangzhou.

Im Bürgerkrieg

mit Chiang Kai-shek, 1945

 

mit Chiang Kai-shek, 1945

mit Familie, ca. 1946 - 1949

 

mit Familie, ca. 1946 - 1949

Nach dem Bruch zwischen GMD und KPCh 1927 startete Mao den Herbsternte-Aufstand in Changsha, der aber schnell niedergeschlagen wurde. Mit einigen anderen Überlebenden zog sich Mao in das Jinggang-Gebirge zurück, wo er seine Truppen mit denen von Zhu De, Chen Yi und Zhou Enlai vereinigte, die sich nach dem Nanchang-Aufstand ebenfalls hierhin zurückgezogen hatten. Schon in dieser Zeit begann Mao seine Gegner und die lokale Bevölkerung durch sog. „Säuberungen“ umzubringen und einzuschüchtern.

Die Guerillabasis vergrößerte sich schnell; 1928 beherrschte sie bereits ein Gebiet mit über 500.000 Einwohnern. Unter dem Druck der Guomindang wurde das Zentrum 1931 etwas nach Süden verlagert, und die Jiangxi-Sowjetrepublik wurde gegründet. Die Zeit war allerdings auch geprägt von andauernden Machtkämpfen zwischen Mao, der die Revolution durch Guerillakrieg (d.h. mit Unterstützung der Bauern) erreichen wollte, und an der Komintern orientierten Gruppen, die auf eine Revolution des Proletariats (d.h. durch die Industriearbeiter in den Städten) setzten (der sogenannte Kampf der zwei Linien).

In Jinggangshan lernte Mao auch seine dritte Partnerin He Zizhen kennen. Yang Kaihui hatte Mao in Changsha zurückgelassen, wo sie von der Guomindang verhaftet und 1930 hingerichtet wurde. Ihre Kinder mit Mao mussten sich eine Zeit lang als Straßenkinder in Shanghai durchschlagen, bevor sie von Kommunisten gefunden und außer Landes gebracht werden konnten. Maos Sohn Mao Anying fiel später im Koreakrieg bei einem Luftangriff.

1934 wurde der Druck der Guomindang schließlich so stark, dass die Jiangxi-Sowjetrepublik aufgegeben werden musste. Die Kommunistischen Truppen zogen im Langen Marsch nach Yan'an, in der Provinz Shaanxi, zurück, ständig auf der Flucht vor Truppen der GMD oder feindlicher lokaler Warlords. Die Verluste entstanden aber nicht unbedingt durch Kämpfe mit feindlichen Truppen, sondern durch Maos militärische Unfähigkeit, und sie wurden von ihm zum Teil einkalkuliert, um sie dann seinen innerparteilichen Gegnern anzulasten. Mao selbst legte den größten Teil des Weges in einer eigens für ihn konstruierten Sänfte zurück. Unter den Opfern waren wahrscheinlich auch mehrere Kinder von ihm und He Zizhen, die bei Bauern untergebracht, aber nach 1949 nicht mehr aufgefunden werden konnten. He Zizhen selbst überlebte zwar, aber war gesundheitlich angeschlagen. Sie wurde 1937 in die Sowjetunion geschickt, um sich zu kurieren, aber auch, um Mao nicht bei dessen Affäre mit seiner späteren vierten Ehefrau, der Schauspielerin und Politikerin Jiang Qing, im Wege zu stehen.

Es war während des Langen Marsches, dass sich Mao auf der Konferenz von Zunyi mit Hilfe von Zhou Enlai als Anführer der KPCh durchsetzen konnte.

In Yan'an konnte sich die KPCh erneut stabilisieren, da das Gebiet abgelegen genug war, um erfolgreiche Angriffe der GMD zu verhindern, und außerdem der Chinesisch-Japanische Krieg 1937 zur Zweiten Einheitsfront führte. Diese Einheitsfront entstand im wesentlichen durch Vermittlung Stalins, der durch ein starkes China Japan von einem direkten Angriff auf die Sowjetunion abhalten wollte. Maos Strategie lautete in den folgenden Jahren nach eigenen Angaben: 10 % Kampf gegen Japan, 40 % Kampf gegen die chinesischen politischen Gegner, 50 % Kampf zur Vergrößerung der eigenen Machtbasis.

Maos Sieg gegen Chiang Kai-Shek

Nach der Kapitulation Japans und dem Rückzug der japanischen Truppen aus China flammte der Bürgerkrieg 1946 erneut mit voller Härte auf. Die GMD hatte jedoch während des Krieges an Stärke verloren, während die Kommunisten enorm an Stärke gewonnen hatten. Nach der Ausrufung der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949 zog sich die GMD nach Taiwan zurück, wo sie die Republik China fortführte.

Die Profilierung Chinas in Korea gegen die USA

Das war allerdings noch nicht das Ende von Maos Feldzügen. Aufgrund der außenpolitischen Probleme mit den Vereinigten Staaten und der Unzufriedenheit über ein vereinigtes Korea unter US-amerikanischer Führung, griff die Volksrepublik China am 1. Januar 1951 in einer Offensive die UNO & Südkoreanischen Truppenverbände an. Der Angriff wurde von etwa 1 Million Mann in einer kalten Nacht unter widrigsten Umständen durchgeführt. In dieser blutigen Sturmeroberung, die hauptsächlich von chinesischen „Freiwilligenverbänden“ („Volksfreiwillige“) ausgeführt wurde, wurde die Truppenkoalition der Koreaner bis zum 38. Breitengrad zurückgeschlagen. Dieser militärische Erfolg nach 100 Jahren der Machtlosigkeit gegenüber ausländischen Invasoren galt als einer der wichtigsten Erfolge Maos. Allerdings muss man bei diesem Sieg bedenken, dass Mao in diesem Krieg die „Taktik der Menschenwelle“ anwendete: Enorm viele Soldaten mit mangelhafter Bewaffnung und quasi ohne Ausbildung rannten so lange gegen die feindlichen Linien an bis dem Gegner die Munition ausging. Dabei zählte nur die Schützenhilfe für Kim Il Sung. Die eigenen chinesischen Verluste zählten nicht, weshalb es auch fragwürdig ist, ob man diesen Prestigeerfolg wirklich als eine hervorragende Leistung Maos ansehen kann. Historiker sprechen von fast 500'000 chinesischen Toten.

 

 



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