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KIM IL SUNG


Kim Il Sung

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By Wikipedia

Kim Il-sung (* 15. April 1912 in Mangyongdae, heutiges Nordkorea; † 8. Juli 1994), frühere Umschrift auch Kim Ir-Sen, mit Geburtsnamen Kim Song-chu (Hangeul: 김성주, Hanja: 金成柱), war ab dem Jahr 1948, spätestens ab Ende der 50er Jahre, bis zu seinem Tode der unumstrittene kommunistische Machthaber Nordkoreas. Auch danach wurde er von der nordkoreanischen Regierung als „ewiger Präsident“ bestätigt. In einem eigens geschaffenen Mausoleum in Pjöngjang wurde sein Leichnam aufgebahrt und kann dort betrachtet werden.

Herkunft und Kindheit von Kim Il-sung

Kim Il-sung wurde in Mangyongdae in der Nähe von Pjöngjang als Sohn eines Lehrers geboren. Seine Kindheit verbrachte er zum größten Teil unter der Obhut seiner Großeltern. Seine Familie siedelte in den 20er Jahren aus dem japanischen Einflussbereich in die Mandschurei über, wo Kim den größten Teil seiner siebenjährigen Schulausbildung absolvierte und Chinesisch und Russisch lernte. Während dieser Zeit organisierte er entgegen der offiziellen nordkoreanischen Lesart keine "anti-imperialistischen" Bewegungen. So gibt es bis heute keine Belege für eine 1926 von ihm gegründete kommunistische „Vereinigung Nieder mit dem Imperialismus“. 1927 soll er gemäß offiziellen koreanischen Quellen zwei weitere Organisationen und bis zum August des folgenden Jahres einen antijapanischen Jugendverband und revolutionären Bauernverband gegründet haben. Dies ist zumindest nicht belegbar und auch wegen seines zu diesem Zeitpunkt noch jungen Alters eher unwahrscheinlich. So wies 1933 kein Bericht der japanischen Geheimpolizei auf Aktivitäten von Kim Il-sung hin.

Politische Tätigkeit

Im Sommer 1937 führte Kim einen Überfall gegen die japanische Polizeistation Pochonbo unweit der Nordgrenze des heutigen Nordkorea. Dieser Angriff ist auf einem Panorama im Armeemuseum von Pjöngjang als „Schlacht von Pochonbo“ dargestellt, was sich angesichts des wirklichen Kräfteverhältnisses von 180 koreanischen Partisanen und 30 japanischen Polizisten relativieren dürfte. Nordkorea erklärt, dass sich in den 30er Jahren am Paekdu-Massiv im Nordteil des Landes die Operationsbasis des „Generals“ Kim Il-sung befand. Als Beleg dafür werden über das ganze Land verteile so genannte Losungsbäume angeführt. Auf ihren Stämmen sind Schriften zu sehen, die angeblich in der Zeit bis 1945 entstanden sind und die auf eine antijapanische Partisanenbewegung und ihr Hauptquartier am Paektu-san hinweisen. Diese Beweise sind wissenschaftlich außerhalb Nordkoreas nicht anerkannt. Trotzdem ist seit 1956 diese Gegend weitgehend erschlossen durch 800km politischer Exkursionswege, Denkmäler etc. Auch ein Sommerpalast des „ewigen Präsidenten“ befindet sich dort. Ende der 30er Jahre hörten die ohnehin seltenen Vorstöße koreanischer Partisanen von der Mandschurei nach Süden auf und bis 1945 wurde in Korea nicht gekämpft.

Es ist nicht eindeutig geklärt, wann Kim Il-sung sich 1940 in die Sowjetunion zurückzog. Anfang 1941 nahm er an einer Kommandeurschulung der Sowjetarmee an der Okeanskaja-Feldschule nahe Wladiwostok teil. Danach lebte er in Gesellschaft anderer koreanischer Emigranten in Chabarowsk, wo bis zu den 30er Jahren viele Koreaner gelebt hatten, die von Stalin jedoch nach Kasachstan und Usbekistan umgesiedelt worden waren. Kim Il-sung soll im Rahmen eines kleinen koreanischen Kontingents an der Schlacht von Stalingrad im Winter 42/43 teilgenommen haben, was zeitlebens von ihm geleugnet wurde, wahrscheinlich um seinen sowjetischen Hintergrund von 1940 bis 1948 zu verschleiern und als Nationalist zu erscheinen. Von 1943 bis 1944 war er als Hauptmann der Roten Armee Bataillonskommandeur in der 88. Schützenbrigade der II. fernöstlichen Armee in der Primorje-Region. Ab 1944 befasste sich der sowjetische Geheimdienst mit Kim und anderen Koreanern in Chabarowsk, um sie auf eine führende politische Rolle im Nachkriegskorea vorzubereiten. Als im August 1945 Nordkorea von sowjetischen Verbänden besetzt wurde, kehrte auch Kim Il-sung im September in sein Land zurück. Im Oktober desselben Jahres begann er mit der Gründung der Partei der Arbeit Koreas. Kim trat erstmals öffentlich in Erscheinung, als sich am 08.02.1946 ein Provisorisches Volkskomitee für Nordkorea konstituierte, zu dessen Chef er berufen wurde.

Bis Ende August 1946 wurden auf sowjetische Empfehlung die Kommunistischen Partei Koreas (bekanntester Vertreter: Pak Hjon-jong), die sich nach Kriegsende in Seoul wiedergegründet hatte, und andere revolutionäre Gruppen in die Partei der Arbeit Koreas integriert, die damit zur Einheitspartei Nordkoreas avancierte. Durch gezielte Säuberungen in Partei und Verwaltung begann Kim Il-sung, seine Macht auszubauen. Am 9. September 1948 rief er die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Er selber wurde zum Ministerpräsidenten des neuen Staates gewählt.

Herrschaft

Die Volksrepublik bildete einen Gegenpol zur westlich orientierten Republik Korea, die bereits im August 1948 im Süden des Landes gegründet worden war. 1949 konnte Kim mit Hilfe Stalins seine Macht festigen. Sein Versuch, die beiden koreanischen Staaten mit militärischen Mitteln zu einen, führte zum Koreakrieg (19501953) und zur endgültigen Spaltung des Landes.

Nach dem Krieg baute Kim eine Diktatur nach stalinistischem Vorbild und einen umfassenden Personenkult auf. Er selber ließ sich als der „Große Führer“ feiern. Seine Bilder waren bald allgegenwärtig, und Portraits von ihm mussten in jedem Haus aufgehängt werden. Die staatlich angeordnete Verehrung seiner Statuen und Bildnisse (Verbeugen, Blumenniederlegung) trägt bereits religiöse Züge. 1966 wählte man ihn zum Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas und 1972 wurde er auf Grund einer Verfassungsänderung zum Staatspräsidenten ernannt.

Kims Chuch'e-Ideologie stellte die nationalen Werte über die weltkommunistischen Interessen und wurde von Zeitgenossen als wahrhaftige Fortführung des Marxismus deklariert. Im Grunde handelt es sich hierbei um einen marxistisch verbrämten Nationalismus, der die jahrtausendealte Geschichte und Kultur des koreanischen Volkes in einen ausgeprägten Nationalstolz ummünzt. Dieses Bewusstsein einer kulturellen Überlegenheit gegenüber dem als dekadent dargestellten Ausland schweißte das Volk zusammen. Hinzu kamen in den 50er und 60er Jahren die unverkennbaren Fortschritte in der Wirtschaftsentwicklung, wobei allerdings einseitig die Schwerindustrie bevorzugt wurde, die von der Bevölkerung als Erfolge des Systems anerkannt wurden. Die unablässig betonte Einheit des koreanischen Volkes und der Anspruch, dieses unter der Fahne des Nordens zu vereinen, prägte das Bewusstsein der Menschen nachhaltig. Dieser selbstständige Kurs erlaubte auch Kritik an der Sowjetunion und der Volksrepublik China, führte aber zugleich zu einer Isolation des Landes.

Aufgrund der geographischen Lage ist es für die nordkoreanische Führung einfach, die Bevölkerung zu indoktrinieren und in ihrem Sinn zu erziehen. Südkoreanische Rundfunk- und Fernsehprogramme können nicht empfangen werden, so dass in Nordkorea das Informationsmonopol der Machthaber in einer einzigartigen Weise funktioniert. Abweichler und Kritiker werden wie im Stalinismus unerbittlich verfolgt. Kim errichtete Straflager und setzte die Bevölkerung zunehmenden Repressalien aus.

Tod und Hinterlassenschaft

Als er 1991 seinen Sohn, Kim Jong-il, zum Oberbefehlshaber der Armee ernannte, legte Kim die Grundlage für die erste kommunistische Dynastie der Welt. Am 8. Juli 1994 starb Kim Il-sung an einem Herzinfarkt. Im ganzen Land ordnete man eine einwöchige Trauerzeit an. Am 20. Juli wurde Kim Jong-il zu seinem Nachfolger ernannt. Der „Große Führer“ hinterließ ein Land in Armut und Isolation. Die nordkoreanische Volksarmee stellt die drittgrößte Landstreitkraft der Welt dar. Das gesamte Land ist hochgerüstet, an der Grenze zu Südkorea ist ein tief gestaffeltes System von verbunkerten Stellungen aufgebaut worden, das seinesgleichen sucht. Fast ein Drittel des Bruttoinlandproduktes wird für das Militär ausgegeben, während die Landwirtschaft sträflich vernachlässigt wurde. Infolgedessen kam es auf dem Land mehrfach zu Hungersnöten, denen vor allem Tausende von Kindern zum Opfer fielen. Dessen ungeachtet hält der „Große General“ Kim Jong-il an der Politik der Stärke fest. Nordkorea verfügt nach Meinung verschiedener westlicher Nachrichtendienste über vier bis acht atomare Sprengköpfe. Mittel- und Langstreckenraketen sind vorhanden, so dass ein gewisses Drohpotential die Lage in Ostasien heute verschärft.

 



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